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Die IUD Berufe

Der Begriff „Information-Dokumentation“ umfaßt eine Reihe von Berufen, die sich teilweise sehr stark voneinander unterscheiden. Die technologischen Entwicklungen der letzten Jahrzehnte hat IUD Profis zu Veränderung, Spezialisation und Innovation gedrängt. Weil die Werkzeuge sich diversifiziert, aber auch die Arbeitsgewohnheiten sich weiterentwickelt haben, arbeiten IUD Profis mit Spezialisten aus anderen Bereichen wie Informatik, Linguistik, Kommunikation, Personalwesen, und noch vielen anderen verstärkt zusammen.

Deshalb haben wir es vorgezogen die Berufe in größere Richtungen zu gruppieren, anstatt zu versuchen, eine kurzlebige vollständige Liste zu erstellen. Jede Fachrichtung veranschaulicht eine „Familie“ von Berufen basierend auf der vorrangigen Orientierung, die der Information zuerkannt wird.

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Die methoden-orientierte Information

Der Berufszweig Information/Dokumentation zielt darauf hin, Informationen auf die Bedürfnisse seiner Kunden anzupassen.

Dies ist beispielsweise so im Fall des Dokumentars, der eine Dokumentensammlung im Dienste einer Zielgruppe im öffentlichen oder privaten Umfeld verwaltet. Er sammelt und verarbeitet Informationen, um sie anschließend in Form von verschiedenen Produkten wie Katalogen, Presseartikeln, Bibliographien oder Zusammenfassungen, je nach Bedarf zu verbreiten. Er klassifiziert und indiziert Dokumente, einschließlich Multimedia-Dokumente, mit dem Ziel, ihren Zugang zu erleichtern. In einigen Organisationen ist das Sammeln von Informationen Gegenstand eines eigenständigen Berufstandes, dem des Information Beschaffers oder Researchers.

Der Archivar arbeitet eher im Sinne der Aufbewahrung und gewährleistet die Erhaltung des dokumentarischen Erbes. Ob es sich um staatliche Dokumente, gesellschaftsbezogenes Erbgut oder Firmendokumente handelt, besteht seine Mission darin, ihren Zugang der Öffentlichkeit, einschließlich Forschern zu erleichtern. Genau wie der Bibliothekar, garantiert er ihre Erfassung und Klassifizierung.

An der kulturellen Grenze befindet sich der Bibliothekar, der eine Sammlung von Dokumenten und Inhalten verwaltet, um sie einer bestimmten Zielgruppe zur Verfügung zu stellen. Unabhängig von der Ausrichtung der Bibliothek (öffentliche, wissenschaftliche, Spezialbibliothek, …), stellt der Bibliothekar in gewisser Weise die Verbindung her zwischen dem Leser und der Welt des Schreibens. Er empfängt, berät und orientiert den Leser. Außerdem spielt er eine wichtige soziale Rolle, indem er bildungsfernen Kreisen den Zugang zur Information ermöglicht. Er organisiert ebenfalls eine Vielzahl von Randaktivitäten wie Debatten, Ausstellungen, Animationen, Workshops, Lesungen usw.

 

Die prozess-orientierte Information

Jede Organisation erzeugt Dokumente im Rahmen ihrer Tätigkeit. Die Verwaltung und die Sicherheit dieser Dokumente während ihres gesamten Lebenszyklus, von der Erstellung bis zur Archivierung, stellen einen weiteren Schwerpunkt der IUD Berufe dar.

So definiert und implementiert der Records Manager Strategien und Verfahren, die es den Mitarbeiter(inne)n ermöglichen, ihre Dokumente einfach wiederzufinden und sich selbst vor juristischen Risiken zu schützen. Aufgrund des Umgangs mit komplexer Software des elektronischen Dokumentenmanagements, erfordern diese Arbeitsplätze eine gute technische Beherrschung von IT-Instrumenten und die enge Zusammenarbeit mit Informatikern. Der Document Controller konzentriert sich auf die technischen Dokumente, die im Rahmen eines Projektes produziert werden, überprüft die Qualität der Dokumentation und gewährleistet deren Übereinstimmung mit den betriebsinternen Dokumentationsnormen.

Der Datenbankmanager ist noch enger mit der Informatik verbunden, da er die Wartung und die Sicherheit von Daten jeglicher Art gewährleistet. Er verwaltet deren Klassifizierung, Zugang und Nutzung mit Hilfe spezieller Bearbeitungs- und Recherchesysteme. In der gleichen Strömung wurde der Beruf des Open Data Projektmanagers geboren, nämlich aus dem Wunsch heraus, öffentliche Daten den Internetnutzern zugänglich zu machen.

 

Die kommunikations-orientierte Information

Informationsbezogene Berufe überschneiden sich regelmäßig mit kommunikationsspezifischen Bereichen; zwei überlappende Konzepte mit durchlässigen Grenzen, die dem jeweiligen Sachverstande entsprechend variieren.

So fungieren IUD Fachleute manchmal als Webmaster. Sie entwerfen, entwickeln und füllen Websites. Sie können sich dabei eher auf der technischen Seite befinden und für Planung, Optimierung, Statistiken und Wartung verantwortlich sein. Sie können aber auch in Richtung Redaktion neigen und sich auf das Schreiben von Inhalten konzentrieren. Andererseits definiert der Informationsarchitekt die Klassifizierung und Typologie der Inhalte der Websites, aber auch die des Intranets, der EDM-Software oder gleich welcher Informationseinrichtungen. Durch die hierarchische Organisation der Inhalte optimiert er die Navigation und die Informationssuche.

Gebietsübergreifend zwischen Strategie und Kommunikation animiert/dynamisiert der Community-Manager den Austausch auf sozialen Netzwerken. Er bringt eine Gemeinschaft von Nutzern mit einem gemeinsamen Interesse zusammen und achtet dabei auf das Einhalten der Verhaltensregeln. Dies ermöglicht es einem Unternehmen, seine Präsenz in sozialen Netzwerken zu entwickeln und seine Online-Reputation zu überwachen.

 

Die strategie-orientierte Information

Als Rohstoff wird Information zum Mehrwert und gewinnt zunehmend an Bedeutung in der Unternehmensstrategie.

Der Informationsanalyst überwacht das rechtliche, technologische, gesellschaftliche Umfeld und die Konkurrenz, um schon schwache Signale von prognostischen Informationen aufzuspüren. Er beteiligt sich an den Prozessen des Targetings, des Sammelns, der Verarbeitung, der Analyse und der Verbreitung von Informationen. Er orientiert die Beschlüsse der Entscheidungsträger, indem er Möglichkeiten und Risiken aufzeigt. Seine Arbeit nähert sich manchmal der Linguistik oder der Statistik, besonders wenn es um Text- oder Data-Mining geht.

Der Knowledge Manager, ebenfalls in Kontakt mit einem Experten Netzwerk, fördert Schaffung, Kapitalisation, Zugriff und Austausch von Wissen. Er hilft, Innovation zu fördern und die Fortdauer von Wissen im Rahmen des Austauschs zwischen den Generationen zu gewährleisten. Er kann auch Praxisgemeinschaften etablieren und die Verwendung von Content-Management- und Kollaborativ-Werkzeugen fördern.

 

Die kompetenz-orientierte Information

Die Aufgabe des Lehrenden im Bereich IUD ist es, ständig Informationskompetenz neu zu entdecken.  Sein Wirkungskreis entfaltet sich im Dokumentations- oder Informationszentrum, aber auch in der Bibliothek, sowie im wissenschaftlichen Milieu oder auch in der Fachorganisation. Er kann sich dem Lehren oder der Forschung widmen. Ausbildung in der Informationsrecherche kann auch eine regelmäßige Aufgabe für jeden IUD Profi sein. In diesem Falle sorgt er dafür, daß sein Publikum die Informationssuche autonom durchführen kann und stellt ihm Methoden und geeignete Instrumente vor.

 

Weiterführende Literatur :

http://www.abd-bvd.be/ins/re_me/archive/defis-metiers-information-documentation-accart.pdf

http://www.adbs.fr/l-observatoire-de-la-fonction-information-27613.htm?RH=R1_METIERS&RF=MET_REFMETIER

http://www.deboecksuperieur.com/titres/132647_2_0/9782804191405-architecture-de-l-information.html

http://www.babelio.com/livres/Association-des-bibliothecaires-francais-Le-metier-de-bibliothecaire/34759